masseria-insight

Masseria mit Olivenmühle in Ostuni Apulien
Atelier Kühn

Ausgangspunkt ist eine historische Olivenmühle (Frantoio) in der Nähe von Ostuni in Apulien – ein Ort, geprägt von massiven Natursteinstrukturen, gewölbten Räumen und der langen Tradition der Olivenölproduktion. Die Anlage, teilweise unterirdisch angelegt und aktuell zum Verkauf stehend, vermittelt mit ihren ursprünglichen Steinbecken, Pressanlagen und Raumfolgen eine eindrucksvolle Authentizität. Gleichzeitig wird sie als Ort mit großem Entwicklungspotenzial verstanden – eingebettet in eine landschaftlich reizvolle Region, geprägt von Olivenhainen und der Nähe zur Adriaküste, die seit Jahren zu den gefragtesten Destinationen im süditalienischen Tourismus zählt.


Die bestehende Struktur ist ein prägnantes Beispiel traditioneller süditalienischer Architektur: kühl wirkende, massive Räume, rustikale Materialität und eine Bauweise, die stark aus dem Ort heraus gedacht ist. Diese besondere Atmosphäre bildet die Grundlage für die Weiterentwicklung des Ensembles – von einem ehemaligen Produktionsort hin zu einem neuen, vielfältig nutzbaren Raum.

Für dieses Objekt

hat Philipp Kühn vom Münchner Architekturbüro Atelier Kühn für seine Bauherrschaft ein Umnutzungskonzept und einen Entwurf entwickelt, den wir in einer Serie von Visualisierungen räumlich interpretiert und inszeniert haben. Ziel war es, sowohl die Geschichte des Ortes als auch sein zukünftiges Potenzial erfahrbar zu machen.

Der Entwurf transformiert die ehemalige Olivenmühle in eine moderne Masseria und verbindet traditionelle mediterrane Bautypologien mit einer klaren, reduzierten Architektursprache. Geplant ist ein Hotel mit Gästezimmern, die sich um ruhige Hofsituationen gruppieren und jeweils über private Gärten verfügen. Helle Putzfassaden, präzise gesetzte Öffnungen und fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum schaffen eine lichtdurchflutete, ruhige Atmosphäre und binden die umgebende Landschaft selbstverständlich in das räumliche Erlebnis ein.



Ostuni in Apulien

– ein Ort, geprägt von massiven Natursteinstrukturen, gewölbten Räumen und der langen Tradition der Olivenölproduktion.
 Eingebettet in eine ruhige, von Olivenhainen geprägte Landschaft wirkt die Anlage nahezu zeitlos und eng mit ihrem Umfeld verwoben. Die teils unterirdischen Räume sorgen für ein ausgeglichenes Klima und verleihen dem Ort eine besondere, fast introvertierte Atmosphäre.

Ergänzt

wird das Nutzungskonzept durch gemeinschaftliche Angebote wie einen Außenpool, ein Restaurant sowie eine Rooftop-Bar mit weitem Blick über die Olivenhaine der Region. Im Untergeschoss entstehen zudem ein Konzertsaal sowie eine Kunstgalerie für Wechselausstellungen, wodurch der Ort über seine touristische Nutzung hinaus als kultureller Treffpunkt positioniert wird.

In unseren Bildern lag der Fokus darauf, die besondere Spannung zwischen Bestand und Intervention sichtbar zu machen: die rohe, historische Materialität der bestehenden Struktur und die präzise, zeitgenössische Ergänzung. So entsteht eine visuelle Erzählung, die das Potenzial des Ortes – vom ehemaligen Produktionsraum hin zu einem atmosphärisch dichten, kulturell geprägten Rückzugsort – erlebbar macht.

Philipp Kühn | Atelier Kühn

Im Entwurf von Atelier Kühn entstehen Details nicht als Zusatz, sondern als Ausgangspunkt des architektonischen Denkens.
Material, Konstruktion und Fügung werden dabei so lange aufeinander abgestimmt, bis sie eine selbstverständliche Einheit bilden. Die Architektur entwickelt sich aus diesem Prozess heraus – schrittweise, nah an der Umsetzung und geprägt von einem feinen Gespür für Proportion, Oberfläche und das Zusammenspiel der einzelnen Teile.